Ehrenkodex

I
Die Mitglieder gehen keine vertraglichen Verpflichtungen ein, für die sie nicht ausreichend qualifiziert sind.

Jeder Vertrag bedeutet die moralische Verpflichtung, den Auftrag professionell auszuführen.

II
Die Mitglieder akzeptieren keine Arbeitsbedingungen, die nicht den APIC-Normen entsprechen, und noch weniger bieten sie solche Bedingungen an.

III
Die Mitglieder akzeptieren keine Verträge oder Arbeitssituationen, die das Ansehen ihres Berufs in Frage stellen.

IV
Die Mitglieder verpflichten sich, alle Informationen, zu denen sie bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit Zugang haben, vertraulich zu behandeln und keine persönlichen Vorteile aus ihnen zu ziehen.

V
Die Mitglieder verpflichten sich zur Solidarität mit ihren Kollegen.
Sie unternehmen und sagen nichts, was den Interessen des APIC oder seiner Mitglieder schaden könnte.

Jegliche Einwände gegen eine Entscheidung des Verbands oder Klagen über das Verhalten eines anderen Mitglieds sind innerhalb des APIC vorzubringen und zu klären.

Ethische Empfehlungen


1. Mehrere Aufträge am gleichen Tag

Der Dolmetscher sollte nicht mehrere Aufträge am gleichen Tag annehmen, wenn die dabei insgesamt errechnete Arbeitszeit 8 Stunden überschreitet.

2. Überschneidung von Aufträgen

a) Grundsätzlich sollte der Dolmetscher nur Aufträge annehmen, die er auch von Anfang bis Ende ausführen kann.

b) Ein teilweises Dolmetschen bei einer Veranstaltung sollte nur erfolgen, wenn es völlig unmöglich ist, einen Kollegen zu finden, der die Arbeit komplett übernehmen kann.

3. Rückgängigmachung von bereits angenommenen Aufträgen

a) Nur im Fall von höherer Gewalt sollte der Dolmetscher einen bereits angenommenen Auftrag rückgängig machen.

b) Unter ”höherer Gewalt” sind Krankheiten, gravierende persönliche Probleme oder sonstige unvorhersehbare Situationen zu verstehen.

c) Der Dolmetscher sollte es sich daher zum Prinzip machen, keinen bereits angenommenen Auftrag rückgängig zu machen, nur weil er inzwischen ein anderes Angebot erhalten hat, das für ihn (finanziell, materiell, geografisch oder sonst irgendwie) interessanter ist.

d) Wenn es dem Dolmetscher völlig unmöglich ist, seine Verpflichtung einzuhalten, sollte er für einen angemessenen Ersatz durch einen Kollegen sorgen.

4. Teilweise Überschneidung von Arbeiten

Aus den Empfehlungen 2 und 3 geht klar hervor, dass der Dolmetscher auf keinen Fall einen Auftrag nur halb ausführen sollte, nur um einen anderen zu beginnen, der ein paar Tage länger dauert, und so zwei (oder mehr!) Aufträge auszuführen, die sich teilweise überschneiden.

5. Mobiltelefone

Innerhalb der Kabine sollten die Dolmetscher ihre Mobiltelefone immer ausgeschaltet lassen, auch wenn sie gerade nicht dolmetschen.